Nr. 74 - Wenn es drauf ankommt: Wie Athleten und Führungskräfte unter Druck ruhig bleiben

Shownotes

Wie du unter Druck ruhig bleibst – wenn es wirklich drauf ankommt

Beine gefangen, unter Wasser, keine Luft – und ich bleibe ruhig. Du denkst: der coole Typ? Falsch. Als Kind musste ich aus dem Wasser gezogen werden, in meiner ersten Kajakstunde geriet ich unter Wasser in Panik.

Wie wird daraus jemand, der im entscheidenden Moment ruhig bleibt? Nicht durch Talent – sondern durch Vorarbeit. Für Athleten wie für Führungskräfte.

In dieser Folge:

  • Warum sich der entscheidende Moment lange vorher entscheidet
  • Die rettende Handlung muss blind sitzen (die Spritzdecke)
  • Warten können, wenn der Instinkt schreit (die Eskimorolle)
  • Gegen den ersten Impuls handeln (Kehrwasser, Welle, Rücklauf)
  • Der Tauchreflex: wie dein Körper dich von selbst beruhigt
  • Stressinokulation: dich gegen Druck wappnen, bevor er kommt

Resilienz heißt nicht, stark zu sein, wenn alles läuft. Sondern dich abrufen zu können, wenn nichts mehr nach Plan läuft.

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00:00:00: Resilienz und mentale Stärke bedeuten nicht, wie gut du funktionierst wenn alles läuft sondern worauf du zurückgreifen kannst.

00:00:09: Wenn nichts mehr läuft!

00:00:10: Wenn es mal nicht nur so nach Plan läuft Und warum das so ist und wie ich mich im entscheidenden Moment auf meine Fähigkeiten verlassen konnte.

00:00:19: Das erfährst Du nach dem Intro Hallo zu einer neuen Folge Kehrwasser, der Perspektivwechsel-Podcast für einen starken Kopf und einen gesunden Körper.

00:00:55: Den brauchst du auch bei diesen Temperaturen.

00:00:57: Ich sitze hier bei über dreißig Grad im Dachgeschoss, schwitze mir ein ab und nehme diese Podcastfolge auf!

00:01:06: Aber diese Temperature in den Sonnenschein der blaue Himmel macht natürlich Lust auf Urlaub und erweckt Erinnerungen an den Urlaub.

00:01:15: Und ja, Erinnerungen an den urlaub da habe ich ein paar aber auch eine ganz wichtige die viel über Resilienz und mentale Stärke erzählt die wo du sehr viel daraus rausziehen kannst und die möchte ich dir heute erzählen.

00:01:34: Ich war in letzter Zeit ein bisschen öfter in Halbeckmoos beim Surfen und da kam mir diese Situation wieder in Erinnerung aus dem Urlaub mit einem Freund auf Fuerteventura, wir waren eben in einem Surfurlaub und sind am Abend noch zum Surfen gefahren Ja, hatten eine richtig schöne Sundowner-Sechenperfektes Wetter.

00:01:58: Es waren gute Wellen und wir sind rausgepaddelt und ich bin dann eine Welle angepaddelt Und wusste irgendwie schon da bin nicht zu spät.

00:02:09: Die Welle ist zu steil die sollte ich jetzt nicht mehr nehmen.

00:02:13: also habe Ich versucht abzubrechen hab das paddeln gestoppt hat mich ein bisschen hochgedrückt so dass sich bremse im bord.

00:02:18: aber es war schon zu spät.

00:02:20: Ich war zu hoch auf der Welle, die Welle war eben so steil dass sie mich sofort mit runterriss.

00:02:28: also ein bisschen ironie des Schicksals erst paddelt es in paar Wellen an und kriegste nicht und dann kriegst du.

00:02:33: sie ist aber zu späht und eigentlich solltest du sie nicht bekommen.

00:02:36: ja also hat mich die welle eben unter Wasser gerissen.

00:02:39: was jetzt kein Thema ist passiert halt beim Surfen und ich dachte mir auch herwunderbar.

00:02:44: jetzt wird ihr ein bisschen durchgespült unter Wasser, ein bisschen Waschmaschine dann kommst du wieder hoch.

00:02:49: Und ich bin auch wieder hoch gekommen.

00:02:52: aber als ich nach Luft geschnappt habe kam schon die nächste Welle über mich und zog mich wieder unter Wasser.

00:03:01: Dann kam ich wieder hoch und sah schon die nächste Welle wieder, die sich überschlagen hat.

00:03:06: Und ich war wieder unter Wasser!

00:03:08: Und ich dachte mir boah hier bist du aber ganz schön an einer blöden Stelle da musst du gucken dass du weg kommst und hab dann gedacht durch die nächste welle tauch ich durch.

00:03:17: also ich paddl auf die welle zu und nicht von ihr weg damit ich da schnell eben raus bin.

00:03:24: Hab das versucht... Hat aber nicht geklappt denn es kam schon wieder die nächste welle.

00:03:30: also es war ein set.

00:03:33: Manchmal ist man im Meer und wartet bis mal überhaupt eine Welle kommt, ja.

00:03:37: Und dann ist man an einer ungünstigen Position und es überschlägt sich eine nach der anderen.

00:03:43: also hat mich die Welle wieder unter Wasser gezogen.

00:03:47: Ja, und dann hast du erst kein Glück und dann kommen noch Pech dazu.

00:03:50: meine Beine haben sich in den Lisch verfangen.

00:03:54: zum Glück muss ich sagen kenne ich mich unter Wasser aus durch meine Erfahrung als Kajak-Lehrer im Wildwasser und dazu kommen wir später noch, das ist ein ganz wichtiger Aspekt.

00:04:08: Ich bin also nicht in Panik verfallen sondern ich habe Ruhe bewahrt und habe erstmal versucht meine Beine Unterwasser aus der Lisch zu entfesseln was mir dann auch gelungen ist.

00:04:19: Dann kam ich wieder hoch.

00:04:21: nächste Welle kommt wunderbar schon wieder unter Wasser und so langsam ging mir auch echt die Kraft aus.

00:04:28: Aber ich bin ruhig geblieben, ich dachte mir okay unter der Welle durch tauchen funktioniert nicht.

00:04:32: Ich muss gucken dass ich da irgendwie jetzt wegkomme habe mich also dann mal ein bisschen etwas mehr Zeit hatte aufs Board gelegt und die nächste Welle hat mich zwar wieder vom Bord runter geschmissen aber Ich bin schon ein bisschen weiter weggekommen, sodass ich wieder schneller über Wasser war und dann konnte mich die nächste Welle das Weißwasser mitnehmen.

00:04:56: Ich bin zum Ufer gepaddelt habe mich sofort, ich weiß noch in den Strand gelegt geschmissen musste erstmal liegen musste erst mal tief durchatmen hab der Neo aufgemacht und ausgezogen und war fix und fertig und so.

00:05:12: mein erster Gedanke war nur hey Timo boah Das war knapp, noch eine Welle und das wär's mit dir gewesen.

00:05:20: Und vielleicht denkst du jetzt okay?

00:05:24: Du bist der ruhige Typ!

00:05:25: Du bist da echt cool geblieben und keine Panik in nicht dem Panik geraten.

00:05:31: Ja aber das war ich zwar... Aber das war ja nicht immer so.

00:05:36: Ich wusste in diesem Moment, Panik ist keine Option.

00:05:39: Da verschwende ich Energie die ich anders brauche.

00:05:44: Panik war dort kein guter Ratgeber, aber ich war wie gesagt ja nicht immer so.

00:05:51: Um an diesem Punkt zu sein der mir da wahrscheinlich das Leben gerettet hat habe ich schon vorher viele Erlebnisse gehabt.

00:06:01: viel war ich aus meiner Komfortzone heraus dass sich diese Ruhe in dieser Situation behalten konnte.

00:06:08: also jetzt hab ich dir gerade eine Geschichte erzählt in der ich unter Wasser ruhig geblieben bin.

00:06:13: Beine waren gefangen in der Liege, keine Luft gehabt und ich bleib ruhig.

00:06:18: Und jetzt erzähle ich dir die andere Geschichte, die nämlich die weit vorher kommt oder die Geschichten, die weit vorher kommen!

00:06:28: Ich habe Wasser schon immer geliebt... ...und meine Eltern mussten immer Wechselsachen für mich dabei haben, denn sie wussten egal wo Wasser ist, ich war drin und ich war auch öfter reingefallen und musste rausgefischt werden.

00:06:47: Sei es im Schwimmbad vom Bademeister, weil ich zwar tauchen aber nicht schwimmen konnte und da geht die Luft auch irgendwann aus oder sei es im Teich eines Freundes von meinen Eltern wo ich dann auch auf einmal einfach verschwunden war und rausgezogen werden musste.

00:07:06: Mir fehlten die Fähigkeiten mir fehlte die Ressourcen und dann weiß ich noch ganz genau von einer Panik-Situation unter Wasser, nämlich bei meiner ersten Kayakstunde.

00:07:20: Und da musste ich wieder rausgefischt werden – und zwar von meinem Kayaklehrer Markus, von dem du ja sicherlich schon ein paar Mal jetzt gehört hast!

00:07:30: Denn in dieser ersten Stunde, wo wir im Kayak für Wildwasser saßen... und dieses Kayak for Wildwasser hat eine Spritzdecke ... und wenn Du umkippst dann bist du da unter Wasser in diesem Boot gefühlt gefangen und Kopf über, das Boot über dir.

00:07:54: Also was mache ich als mir das relativ zügig passiert ist?

00:07:58: Ich bleib da eben nicht ruhig!

00:08:01: Ich bekomme Panik Und Markus kommt an und muss mich samt des Boots hochheben.

00:08:07: also er hat es am Heck hatte mich hochgehoben denn mein erster Instinkt war Luft holen.

00:08:12: ich brauche Luft und ich muss mit dem Kopf über Wasser.

00:08:15: Genau das falsche.

00:08:18: Ja, er hat das Heck hochgehoben weil er wusste dass ich mich nach hinten bewegt habe.

00:08:21: nur hinten konnte ich die Spritzdecke nicht öffnen.

00:08:25: aber als er mich hoch gehoben hatte konnte ich nach Luft schnappen und Das ist eben der Anfang meiner Geschichte so wie ich dann später ruhig werden konnte im Wasser unter Wasser.

00:08:38: Nicht Der ruhige Mann unter der Welle, sondern der Anfänger, der gehoben werden muss weil er Unterwasser durchdreht, weil er Panik bekommen hat.

00:08:48: Und jetzt vielleicht die entscheidende Frage wie wird aus diesen Menschen der Andere?

00:08:52: Aus dem Kind das gerettet werden muss, dem Jugendlichen, der über Wasser gehoben werden muß... ...der Mann, der mit gefesselten Beinen unter der welle ruhig bleibt!

00:09:02: Was liegt dazwischen?

00:09:04: Talent ein ruhiges Wesen, irgendein Charakterzug mit dem ich geboren

00:09:08: wurde?!

00:09:09: Nein, dazwischen liegt etwas ganz anderes und darum geht es heute.

00:09:17: Es gibt diese Vorstellung von mentaler Stärke die Vorstellung vom coolen Typen der, der nie nervös wird, der immer ruhig bleibt den nichts etwas anhaben kann.

00:09:27: aber diese Vorstellungen ist falsch.

00:09:30: Erinnerst du dich an den Satz vom Anfang.

00:09:33: Resilienz und mentale Stärke bedeuten nicht, wie gut du funktionierst wenn alles läuft sondern worauf du zurückgreifen kannst, wenn nichts mehr läuft.

00:09:42: Und genau das ist der Kern zu funktionieren Wenn alles läuft, wenn alles super ist, wenn Alles nach Plan geht.

00:09:49: Das kann jeder.

00:09:50: Die Kunst ist dich Dich zu kennen Deine Stärken zu kennen Und dein Können genau dann abrufen zu können wenn eben nichts nach Plan läuft, wenn Druck auf Druck folgt oder eben Welle auf Welle.

00:10:06: Wenn keine Luft mehr bleibt, wenn der Plan kippt und jetzt kommt das, äh, kommt das!

00:10:14: Jetzt kommt das was die meisten falsch verstehen.

00:10:21: in diesem Moment In meinem Fall unter Wasser Beine gefangen, keine Luft.

00:10:31: Da Habe ich die Ruhe nicht aufgebaut?

00:10:39: Das wurde lange vorher entschieden.

00:10:45: Das wurde in den Momenten aufgebaut, wo mein Kajaklehrer mich über Wasser gehoben hat.

00:10:52: Wie ich dann handeln muss... das wusste ich nachher wie ich meine Spritzdecke öffne!

00:10:57: Das wurde im Moment danach aufgebaut.

00:11:00: aber die erzähl ich dir noch.

00:11:02: Die Ruhe, die ich da abrufe habe ich mir nicht in den Moment geholt.

00:11:08: Die hab' ich mir eben über Jahre aufgebaut.

00:11:12: Bruchteile von Sekunden, so schnell läuft das ab!

00:11:15: Das ist keine Zeit ruhig zu werden.

00:11:18: Da kannst du nur abrufen was schon da is'.

00:11:25: Ja und wie man sich diese Ruhe aufbaut?

00:11:28: Das schauen wir uns an... Da gehen wir mal ein bisschen tiefer rein und ich erzähle es dir an den Momenten Was ich eben beim Kayak fahren im Wildwasser, was ich durch das Wildwasser gelernt habe.

00:11:45: Dazu möchte ich dir drei Lektionen mitgeben die ich auch mitgenommen habe.

00:11:51: Fangen wir aber vorne an.

00:11:53: wenn du eben Kayak fährst richtiges Kayak im wildwasser dann sitzt Du eben nicht einfach im Boot wie ich vorher gesagt habe.

00:12:01: du bist mit dem boot verbunden mit der durch diese spritzdecke und Diese Decke, die dichtet eben das Boot ab damit kein Wasser reinkommt ist im Wildwasser auch vom Vorteil kann ich dir sagen.

00:12:16: Das heißt aber auch wenn du umkippst bist du im Boot gefangen Kopf über unter Wasser festgemacht und es gibt genau eine Handlung die dich da rausholt nach vorne beugen und Spritzdecke öffnen ein Griff eine Schlaufe ziehen ganz einfach im Prinzip.

00:12:37: Aber wenn du dir jetzt vorstellst, du bist kopfüber unter Wasser das Boot über dir und man übt es erst in ruhigeren Wasser Und alleine da ist es schon für viele eine sehr große Herausforderung und stell dir vor jetzt ist Es auch noch im wilden wasser wo du treibst wo's noch laut auch um dich rum ist wo du keine orientierung hast Da schreit dein körper nur raus sofort und jetzt In diesem Moment willst du nicht anfangen, die Schlaufe zu suchen.

00:13:09: Du willst einfach nur raus!

00:13:13: Und das ist der Grund warum man es auch vorher in gesicherten untergesicherten Umständen lernt.

00:13:21: und das habe ich als ich dann Kaya Klärer war mit meinen Teilnehmern und Teilnehmerinnen vor jeder Tour gemacht.

00:13:27: Ich habe gesagt wer das nicht macht sich einmal umkippen lässt und ich stehe daneben.

00:13:34: also gesicherte Umstände Und Unterwasser aussteigt, der fährt nicht mit.

00:13:38: Denn im Ernstfall bekommst du Panik und im Wildwasser bin ich vielleicht nicht so schnell da wie es jetzt ist.

00:13:45: Also haben wir das geübt!

00:13:50: Furt unter Wasser eben nicht seinem ersten Panik zu verfallen... ...und mit dem Kopf nach hinten zu gehen, so wie ich es gemacht habe sondern nach vorne zu beugen, Spritzdecke ziehen rauszudrücken hochzuschwemmen.

00:14:05: Es klappt immer wenn man diese Ruhe hat wenn man sich bewusst ist, was man gerade tun muss.

00:14:14: Und das ist die erste Lektion!

00:14:16: Die Handlung, die dich im entscheidenden Moment rettet, muss so tief sitzen dass du sie blind abrufen kannst ohne nachzudenken, ohne hinzuschauen, ohne Luft und das kannst du gerne mal auf dich um deine Situation übertragen.

00:14:32: Der Athlet der im Wettkampf den entscheiden Moment meister hat genau diese Bewegung tausendmal trainiert nicht damit er sie kann sondern damit er sie kann, wenn alles um ihn herum zusammenbricht.

00:14:46: Die Führungskraft die in der Krise klar bleibt hat ihre Grundlagen nicht in der Krise gelernt also nicht in den aktuellen Krisen sondern lange vorher kleine Krisen diese durchgemacht hat vielleicht auch schon eine größere Krise diese durch gemacht hat aber lange vorher.

00:15:05: was du im Ernstfall abrufen willst musst du entweder gezielt im Nicht-Ernstfall üben oder aus Erfahrungen, aus vorherigen Situationen die dich aus deiner Komfortzone rausgebracht haben gelernt haben mitgenommen haben.

00:15:25: Und jetzt kommen wir mal zu der Lektion die für mich vieles verändert hat... Die Eskimo Rolle!

00:15:31: Zum einen hat sie für mich verändert das ich nicht mehr aussteigen musste als ich umgekippt bin sondern dass ich eben mit der Rolle hochkommen konnte.

00:15:41: Das hat mir Sicherheit gegeben, aber sie hat noch etwas verändert!

00:15:47: Also wenn du die Eskimo-Rolle nicht kennst... Die Eskimorrolle ist also du kippst um mit deinem Kajak und statt aus dem Boot zu steigen drehst du dich mit den Boot wieder oben und dafür brauchst Du auch ein bisschen Druck auf dem Paddelblatt.

00:16:00: Mit einer Hüftbewegung Drehst Du das Boot wieder und mit dem Paddleblatt kriegst Du den nötigen Druck.

00:16:08: So, wunderbar wenn es klappt.

00:16:10: Aber im Wildwasser gibt es eben unterschiedliche Umstände und da ist es auch mal so dass das Wasser etwas schaumig und luftig ist Und dann findet dein Paddelblatt auf einmal keinen Druck.

00:16:24: Du schaffst es also nicht sofort die Rolle zu machen Du versuch sich hochzudrücken?

00:16:31: Und nichts passiert.

00:16:32: Das Paddel geht einfach durch Wenn man sich jetzt noch nicht sicher ist Die Fähigkeit in den Ressourcen hat Dann kann man auch wieder in Panik verfallen.

00:16:43: Möglich schnell raus!

00:16:45: Vielleicht musst du dann doch wieder aus dem Boot aussteigen?

00:16:49: Oft war es zumindest bei mir der Fall, halb-alber abzuwarten.

00:16:55: Ein zwei Sekunden das Wasser verändert sich wieder.

00:16:58: Man treibt ja ein bisschen weiter auf einmal findet das Paddelblatt Druck und man kann die Rolle wieder durchführen und ist wieder überwasser.

00:17:11: also Du bist unter Wasser, hast keine Luft und das Einzige was dich rettet ist nicht sofort zu handeln sondern warten zu können.

00:17:21: Während alles in dir vielleicht am Anfang erst einmal wieder Panik will während jeder Nerv in deinem Körper schreit bewege dich sofort.

00:17:34: Das passiert wenn du solche Situationen das erste mal erlebst.

00:17:37: aber Wenn du sie öfter erlebst Dann wirst du ruhig, dann kannst du dich darauf verlassen was du kannst.

00:17:45: Welche Fähigkeiten du hast zum Beispiel wie viel Luft du anhalten kannst.

00:17:52: und das ist eben wenn du das schaffst Das ist Ruhr unter Druck in Reihenform nicht handeln sondern den richtigen Moment abwarten.

00:18:06: Und dass konnte ich eben auch am Anfang nicht.

00:18:10: Am Anfang war ich das Kind oder der Jugendliche Denn Panik rät sobald mein Kopf dann unter Wasser ist, weil ich diese Fähigkeiten noch nicht hatte.

00:18:19: Weil ich diese Situationen noch nicht erlebt habe Und mit jedem Mal, mit jeder Wiederholung hab' ich gelernt Diese zwei Sekunden die überlebe ich.

00:18:31: Ich muss nicht sofort raus!

00:18:33: Ich kann warten.

00:18:35: und weißt du was?

00:18:37: Weißt Du was das Verrückte isst?

00:18:40: Dein Körper ist genau dafür gebaut.

00:18:43: Es gibt ein Reflex, den Taucherreflex!

00:18:46: Wenn dein Gesicht ins kalte Wasser kommt, wenn du die Luft anhälst dann passiert etwas Automatisches.

00:18:52: über einen Nerv im Gesicht wird der Vagus-Nerv aktiviert und dein Herzschlag wird langsamer um zehn bis fünfundzwanzig Prozent.

00:19:01: Dein Körper schaltet von selbst einen Gang runter.

00:19:03: er spart Sauerstoff.

00:19:05: Er schickt das Blut zu Herz und Hirn.

00:19:08: Er hilft dir ruhig zu bleiben.

00:19:11: Die Ruhe ist also physisch schon angelegt in dir von Natur aus, aber und das ist der Punkt die Panik überschreibt sie Wenn du durchstrehst wenn du gegen alles ankämpfst dann übersteuerst du genau den Mechanismus der dich beruhigen würde.

00:19:32: Und Training heißt lernen nicht dagegen anzukämpfen Lernen diesen zwei Sekunden zu vertrauen.

00:19:41: Manchmal sind es auch fünf.

00:19:43: Und das ist die zweite Lektion und für mich die wichtigste, manchmal ist die stärkste Handlung keine Handlung sondern warten zu können wenn der Instinkt drängt!

00:19:57: Überträgt sich auf deinen Alltag, der Athlet, der nach einem Fehler im Wettkampf nicht überreagiert.

00:20:04: Der nicht panisch alles umwirft sondern kurz wartet durchatmet und dann weitermacht!

00:20:10: Die Führungskraft die in der Krise nicht den ersten Impuls aussendet... ...die nicht die panische Mail schreibt, die nicht die Hauruck-Entscheidung trifft, sondern die zwei Sekunden aushält bis der Kopf wieder klar ist.

00:20:22: Das kannst du aber nicht im Moment selbst lernen, das musst Du vorher erlebt oder trainiert haben.

00:20:34: Und die dritte Lektion?

00:20:36: Im Wildwasser gibt es verschiedene Strömungen.

00:20:40: Da ist das Kehrwasser wie der Podcast hier heißt Die ruhige Zone hinter den Felsen da ist die Welle, die Walze oder der Rücklauf hinter einem Wehr.

00:20:50: und da musste ich auch etwas lernen dass anfangs überhaupt keinen Sinn ergab.

00:20:55: Oft musst du genau das Gegenteil von dem tun, was dir dein Instinkt sagt.

00:21:01: Und dann nehmen wir mal den Rücklauf an einem Wehr.

00:21:05: Also die Stelle wo das Wasser zurückläuft, wo es dich immer zum Wehr hinzieht.

00:21:10: Was sagt dein Instenk?

00:21:11: Dein Instinkts sagt dir einmal Kopf über Wasser und wahrscheinlich willst du vom Wehr wegkommen nur... schwimmst du dann komplett gegen die Strömung an, denn es zieht dich ja zum Wehr hin.

00:21:24: Du wirst immer schlapper!

00:21:25: Du verlierst deine Kraft und wahrscheinlich wirst du ertrinken wenn nicht von draußen Hilfe kommt.

00:21:32: das klingt dramatisch und so passieren ja auch viele Badeunfälle und ist es eben nicht zu unterschätzen.

00:21:38: dein Instinkt würde dir wahrscheinlich nie sagen ich meine irgendwie muss das Wasser ja auch wieder den Fluss aufhören oder weiterfließen kann er nicht nur zurück fließen.

00:21:47: So und wo passiert dass?

00:21:49: Das passiert nämlich nicht über Wasser oder an der Oberfläche, sondern das passiert unter Wasser.

00:21:53: Und dein Instinkt würde dir nie sagen schwimm eben zum Wehr hin und lass dich komplett unter Wasser ziehen und versuche eben über den Grund sozusagen rausgetrieben zu werden.

00:22:02: Das würde dir deinen Instinkт nicht sagen aber es wäre die richtige Lösung!

00:22:10: Und manchmal musst du genau anders reagieren.

00:22:15: Dich anders stellen, anders paddeln die Strömung nutzen, statt gegen sie zu kämpfen.

00:22:20: Der erste Instinkt kann auch oft der Falsche sein und das ist keine Frage von Mut!

00:22:25: Das ist eine Frage von Verstehen und Üben.

00:22:28: Du musst verstanden haben wie das Wasser funktioniert Und du musst es so oft geübt haben dass das richtige Verhalten zum neuen Instinkт wird Dass dein erster Impuls nicht mehr der Panische ist sondern der Trainierte.

00:22:47: Das ist die dritte Lektion.

00:22:49: Im entscheidenden Moment führt dich dein erster Instinkt nicht immer in die richtige Richtung.

00:22:57: Gegen ihn zu handeln kannst du nur, wenn du es vorher zum neuen Instinkт gemacht hast.

00:23:05: und auch hier man muss nicht immer das weh nehmen.

00:23:08: Auch ein Learning dass ich machen musste als im Wildwasser gibt's auch Wellen oder höhere Welle und der Instinkts sagt erstmal ich lehn mich weg von der Welle aber das Richtige hin zur Welle zu legen oder bei einem Felsen, der im Weg ist.

00:23:23: Wenn du darauf zufährst dich nicht vom Felsenn wegzulegen es kippt dich um zum felsen hin zu legen ja zur vermeintlichen gefahr hin zulegen.

00:23:31: aber das sagt dir dein instinkt nicht.

00:23:33: doch dass genau das gibt ihr in diesen momenten halt.

00:23:39: und auch hier für dich der transfer.

00:23:42: wahrscheinlich merkst du so schon selbst ein bisschen.

00:23:44: der erste impuls nach einem rückschlag aufgeben oder verbissen draufhauen Der erste Impuls unter Druck schneller härter mehr, der erste Impulse in der Krise Kontrolle um jeden Preis.

00:23:55: Das kann oft falsch sein!

00:23:58: Die Menschen die Unterdruck das Richtige tun haben, haben das richtige solange geübt oder eben Situationen erfahren und ein Aha-Moment gehabt so wie ich bis es ihr neuer erster Impuls wurde.

00:24:18: Lass uns kurz anschauen, warum das funktioniert.

00:24:21: Denn das ist ja keine Isoterik.

00:24:23: Das ist sogar gut erforscht!

00:24:26: Es gibt ein Konzept aus der Psychologie und die nennt sich Stress oder das Konzept nennt sie Stress-Inokulation entwickelt von Donald Meichenbaum in den frühen Neunzensebzigern.

00:24:39: Inokulation, das kommt von Impfung.

00:24:42: Er hat es aber bewusst ebenso genannt um das von der Impfung zu trennen dieselbe, so wie eine Impfung deinem Körper eine kleine kontrollierte Dosis gibt.

00:24:52: Damit dagegen das echte Gewappnis ist.

00:24:54: genauso kannst du dich gegen Stress impfen aber damit wir uns richtig verstehen ich meine dass nicht wörtlich gegen Stress Impfen.

00:25:04: deinen Körper bildet keine Antikörper gegen Stress sondern dein System lernt einfach Das es die Situation kennt und das sie bewältigen kann indem du dich dosiert, kontrolliert freiwillig immer wieder kleinen Stressdosen aussitzt und sie bewältigst.

00:25:22: Und jedes Mal wenn du eine Situation außer deiner Komfortzone meisterst lernt dein System das kenne ich, das überleb' ich.

00:25:30: Das kann nicht!

00:25:32: Und im Ernstfall in Bruchteilen von Sekunden ruft dein System genau das ab.

00:25:38: Es greift auf das zurück was es schon erlebt hat.

00:25:44: Dieses Prinzip ist eng verwandt mit, na du kennst es schon.

00:25:47: Der Hormesis vielleicht ist ja selbst schon ausgefallen.

00:25:50: aus Folge siebzig dosierter Stress plus Bewältigung macht dich stärker beim Körper und beim Kopf Und das is sogar die schöne Ergänzung.

00:26:00: Die Stress-Inokulation ist die Seite im Kopf Die Erfahrung des Vertrauen in die Bewältigungen.

00:26:06: Die Hormesis ist die seite im Körper.

00:26:09: Echte messbare Anpassung Zwei Seiten dasselbe Prinzip.

00:26:13: Aber – und das ist mir wichtig, dein System kann nur abrufen was schon da ist.

00:26:18: Wenn du nie außerhalb deiner Komfortzone warst, is dann nichts zum Abrufen!

00:26:24: Dann bist Du wie ich in meiner ersten Kayak-Stunde Kopf über unter Wasser und keine Erfahrung auf die du zurückgreifen kannst.

00:26:31: Nur Panik.

00:26:34: Jetzt muss ich noch eine Sache klarstellen, das ist mir wichtig.

00:26:37: Ich habe dir Geschichten erzählt in denen eben mir die Luft ausging und die dann teils schon etwas ernster waren wo ich gerettet werden musste.

00:26:46: Und das ist hier nicht die Botschaft.

00:26:49: Die Botschaft ist Nicht Gehe an die Grenze riskiert dein Leben bring dich in Gefahr.

00:26:54: die Lebensgefahr In meinen geschichten.

00:26:56: Das ist also jetzt Dramatische Teil, aber es war ja dann teils auch unter gesicherten Umständen.

00:27:02: Teils eben nicht.

00:27:03: Aber das Prinzip eben für dich soll ein anderes sein.

00:27:06: aus der Komfortzone gehen heißt nicht sich in Gefahr zu bringen.

00:27:10: Das heißt dosiert ein bisschen mehr als bequem ist kontrolliert und mit System die kalte Dusche die du eigentlich nicht willst dass Gespräch vor dem Du Dich drückst die Wettkampfsituation die du im Training nachstellst obwohl es im Training nicht zählt Der Vortrag, vor dem du Angst hast den du trotzdem hältst.

00:27:28: Es geht nicht um den großen gefährlichen Sprung es geht um die vielen kleinen freiwilligen Schritte aus der Komfortzone.

00:27:35: oder wenn du eben mal eine Situation hattest, die dich aus der komfortzone gebracht hast, die dir jetzt nicht so geplant war daraus zu lernen das mitzunehmen sich dessen bewusst zu sein sich seiner stärken bewusst zu seien.

00:27:48: also du baust dir vorher auf etwas auf damit im ernstfall genau das da ist.

00:27:55: Ich habe das Kehrwasserprinzip nicht als Talent mitgebracht, ich war nicht der Natur-Talent-Kajakfahrer, der ruhig bleibt!

00:28:03: Ich war der den Markus aus dem Wasser heben musste und alles was sich heute über Ruhe und Druck weiß... Das hab' ich mir erarbeitet durch Erfahrungen.

00:28:15: Ich kann auf diese Erfahrung, ich kann auf meine Fähigkeiten, ich kan auf meine Stärken zurückgreifen.

00:28:20: Lektion für Lektions, Rolle für Rolle, Welle für Welle.

00:28:25: Fassen wir zusammen!

00:28:27: Ruhe im entscheidenden Moment ist kein Charakterzug sie ist Vorarbeit und die rettende Handlung muss blind sitzen.

00:28:36: du musst warten können wenn der Instinkt drängt Du musst gegen den ersten Impuls handeln können Wenn der dich in die Irre führt.

00:28:44: Und all das kannst du nur abrufen wenn du es vorher dosiert Freiwillig oder auch teils unfreiwillig außerhalb deiner Komfortzone so oft geübt hast, dass es in dir sitzt.

00:28:59: Du wirst im Wettkampf nicht plötzlich ruhig sein wenn du nie an deine Grenzen gegangen bist.

00:29:03: Duwirst in der Krise nicht plötzlich klar denken, wenn du es nie vorher trainiert hast.

00:29:10: Die Ruhe die du dir im Ernstfall wünschst baust du im Verborgenen auf.

00:29:14: Vorher freiwillig?

00:29:18: Oder eben nicht freiwillig, aber aus diesen Situationen zu lernen.

00:29:21: Gestärkt hervorzugehen und wenn es freiwilliger ist in kleinen Dosen das ist die Arbeit, die niemand sieht.

00:29:28: Aber genau diese Arbeit entscheidet alles.

00:29:32: Resilienz heißt eben nichts stark zu sein Wenn alles läuft.

00:29:36: Resilience heißt sich auf sich und seine Stärken verlassen zu können Das abrufen zu können wenn es mal nicht nach Plan läuft.

00:29:48: Und das Schöne ist Das kannst du trainieren.

00:29:57: Wenn dir diese Folge etwas gegeben hat, dann teil sie doch gerne mit jemandem aus deiner Familie, aus deinem Freundeskreis.

00:30:04: leite sie gerne weiter.

00:30:06: Jemanden der gerade vor einer Situation steht in der es drauf ankommt und wenn du's noch nicht hast, dann hinterlass mir auch gerne eine Bewertung bei Spotify oder Apple Podcast ja!

00:30:20: Und dann hören wir uns wieder Nächsten Monat, wenn es heißt Kehrwasser.

00:30:25: Der Perspektivwechsel podcast für einen starken Kopf und gesunden Körper!

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