Nr.76 - Warum dir der Drive fehlt (und warum mehr Disziplin jetzt genau das Falsche ist)

Shownotes

Wenn der Drive weg ist und Disziplin nicht mehr reicht

Die Tasche steht gepackt im Flur, und du gehst trotzdem nicht. Nach außen lieferst du weiter ab. Aber innerlich ist nur noch Pflicht übrig.

In dieser Folge:

  • Warum mehr Disziplin beim fehlenden Antrieb der falsche Reflex ist
  • Die erste Frage: Was hat sich verändert, seit du dir das Ziel gesetzt hast?
  • Wenn ein Ziel unerreichbar wirkt, hört es auf zu ziehen – und fängt an zu drücken
  • Warum die Marathon-Vorbereitung schwerer ist als der Marathon
  • Drei Bedingungen für Zwischenziele, die wirklich tragen
  • Ziele, die nur von dir abhängen – und dich im Tief halten
  • Die 5-Tage-Übung: Was gibt dir Energie, was nimmt sie dir?
  • Warum du im Druck genau das streichst, was dich trägt

Auch Thema: Wann Antriebslosigkeit in ärztliche oder psychotherapeutische Hände gehört – und warum das kein Versagen ist.

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Transkript anzeigen

00:00:03: Irgendwie fehlt dir gerade der Drive.

00:00:06: Vielleicht seit ein paar Wochen, vielleicht aber auch schon seit Monaten!

00:00:12: Warum die Motivation verschwindet und wie du sie zurückholst?

00:00:16: Was du in den ersten Schritten tun kannst genau das erfährst du in der heutigen Folge natürlich nach dem Intro.

00:00:48: Hallo zu einer neuen Folge Kehrwasser, der Perspektivwechsel-Podcast für einen starken Kopf und einen gesunden Körper.

00:00:58: Es ist Dienstag, die Tasche steht seit gestern gepackt im Flur und du stehst davor und weißt... heute nicht!

00:01:09: Nicht weil etwas dazwischen gekommen ist, nein es fehlt einfach etwas.

00:01:15: oder Es ist Sonntagabend, du machst den Kalender für die Woche auf und statt der Idee, die du sonst hattest kommt nur ein Gedanke.

00:01:23: Schon wieder, schon wieder geht das Ganze von vorne los!

00:01:29: Was beide Situationen gemeinsam haben?

00:01:33: Du machst weiterhin alles – du gehst hin, du lieferst ab… Und vermutlich merkt es auch niemand.

00:01:39: aber der Antrieb, der dich früher getragen hat, der ist weg... ...und was übrig ist ist nur noch die Pflichterfüllung.

00:01:49: Wenn du das kennst, dann zuerst einmal das Wichtigste.

00:01:53: Das ist normal!

00:01:54: Jeder Athlete und jede Führungskraft, die ich begleite oder begleitet habe, kennt solche Phasen – auch ich kenne diese Phasend.

00:02:02: Denn wer über Jahre Vollgas gibt hat sie zwangsläufig.

00:02:07: Was nicht hilft und was fast jeder als erstes versucht, ist die Reaktion darauf.

00:02:12: mehr Disziplin Ja, aber warum ist denn mehr Disziplin jetzt genau das Falsche?

00:02:19: Der erste Reflex beim nachlassenden Antrieb ist sich zusammen zu reißen.

00:02:25: Härtere Vorsätze früher aufstehen und das Programm durchziehen egal wie es sich anfühlt!

00:02:31: Bei Leistungsträgern funktioniert das erstaunlich gut – zumindest mal eine Weile.

00:02:38: Und Disziplinen hat dich ja genau dorthin gebracht wo du gerade stehst….

00:02:45: Aber, das muss man eben sagen Disziplin ist ein Werkzeug und nicht dein Motor.

00:02:52: Sie bringt dich durch drei Wochen in denen es läuft aber sie bringt dich nicht durch acht Monate oder länger.

00:02:59: Und wenn du sie als Dauerlösung einsetzt passiert das was ich immer wieder sehe Der Antrieb der kommt nicht zurück er verschwindet weiter.

00:03:09: Du merkst es nur später weil die Disziplines überdeckt.

00:03:14: Fehlender Drive, das ist keine Charakterschwäche.

00:03:16: Zumindest nicht bei den Leuten mit denen ich arbeite!

00:03:21: Es ist erst einmal eine Information und dann kommt die Frage zu der Information.

00:03:30: Warum glaubst du?

00:03:32: Ist dein Drive gerade

00:03:33: weg?!

00:03:34: Und das ist die Frage, mit der ich anfange.

00:03:37: Nicht wie kriegen wir denn jetzt die Motivation zurück?

00:03:40: Das kommt später erstmal was hat sich denn verändert?

00:03:44: Denn irgendwann, da war dein Antrieb ja da!

00:03:48: Du hast dir ein Ziel gesetzt und dieses Ziel hat gezogen.

00:03:51: Es hat motiviert.

00:03:53: Zwischen damals und heute ist dann aber etwas passiert – und meistens weiß man es sogar, wenn man mal ehrlich hinschaut.

00:04:04: Nehmen wir aus aktuellem Anlass mal eine Mannschaft die ich betreue….

00:04:13: geführt habe, also vor dieser Aufnahme hat es mich zu dieser Episode inspiriert weil das Thema ja doch deutlich häufiger vorkommt.

00:04:22: Also nehmen wir mal die Mannschaft, die sich vor der Saison vorgenommen hat meistert zu werden und nach drei Spieltagen da ist die Luft schon raus!

00:04:32: Woran liegt das?

00:04:35: Nun fast immer daran dass ein Spiel verloren ging und mit ihm aber etwas anderes.

00:04:41: Mit ihm ging die Überzeugung verloren, dass das Ziel überhaupt noch erreichbar ist.

00:04:48: Vielleicht war es zu ambitioniert?

00:04:51: Vielleicht ist die Mannschaft gerade auch nicht in der Form, in der sie sein wollte und sobald ein Ziel unerreichbar wirkt hört es auf zu zählen und fängt an zu drücken!

00:05:03: Und dasselbe passiert im Beruf.

00:05:05: Du hast dir etwas vorgenommen – die Position des Projekts den Aufbau eines Bereichs und dann kam einen Rückschlag Eine Absage, eine Umstrukturierung.

00:05:15: Und seitdem arbeitest du auf ein Ziel hin an das Du selbst nicht mehr glaubst.

00:05:21: und deshalb lohnt sich diese Frage bevor Du irgendetwas anderes machst was hat sich verändert seit Du Dir dieses Ziel gesetzt hast?

00:05:33: Und gleich hinterher die zweite die fast noch mehr bringt!

00:05:37: Was hast Du denn damals gedacht wie der Weg dorthin sein

00:05:39: wird?!

00:05:41: Viele merken an dieser Stelle, dass sie nie mit richtigen Tiefs gerechnet haben.

00:05:48: Sie hatten im Idealfall eine gerade Linie nach oben im Kopf und als der erste Einbruch kam war er nicht Teil des Plans sondern ein Beweis dafür das es nicht klappt.

00:06:03: Wenn ich mit Athleten oder Führungskräften über diesen Punkt spreche vergleiche ich es immer mit einem Marathon.

00:06:10: sich vorzunehmen einen Marathon zu laufen Ist nicht schwer.

00:06:15: Das ist an einem Abend entschieden, den Marathon selbst zu laufen – das ist schon schwerer aber es ist auch nicht die größte Herausforderung!

00:06:25: Wer die Vorbereitung hinter sich hat kommt an diesem Tag ans Ziel.

00:06:29: Die eigentliche Herausforderung Monate in denen der Marathon noch weit, weit weg ist.

00:06:37: Einheiten die wehtun Wochen in denen du früh aufstehst und läufst obwohl niemand zuschaut dich anfeuert und obwohl es an diesem einen Tag nichts bringt außer der nächsten Wiederholung.

00:06:49: Und in diesem Prozess gibt es garantiert beides.

00:06:53: Es gibt Phasen in denen es richtig läuft.

00:06:55: Du merkst wie du besser wirst Die Zeiten stimmen das Gefühl stimmt Und dann kommt ein Tief Und auf einmal fühlt sich dieselbe Strecke schwer an, die letzte Woche leicht war.

00:07:07: Natürlich fängst du dann an zu hinterfragen ob das Ziel realistisch war, ob Du überhaupt dafür gemacht bist.

00:07:14: und das ist der Moment um den es geht nicht der Wettkampftag dieser Moment!

00:07:21: Und was ein guter Läufer macht ist nicht Herr Tatronieren?

00:07:25: Nein er macht drei Dinge Er bezieht die Regeneration in dem Prozess ein statt sie als Zeitverlust zu behandeln.

00:07:34: Er passt das Training an, was gerade geht statt am ursprünglichen Plan festzuhalten und dann macht er die nächste Einheit – und die Einheit danach!

00:07:48: Der Grund warum lange Prozesse den Antrieb kosten ist einfach ein Ziel.

00:07:53: dass acht Monate entfernt ist oder vielleicht sogar weiter kann den heutigen Dienstag Nicht tragen.

00:08:00: jeder einzelnen Tag ist gemessen daran, zu klein um sich so richtig gut anzufühlen.

00:08:08: Und deshalb brauchst du Zwischenziele und zwar solche die drei Bedingungen erfüllen.

00:08:15: Erstens sie müssen realistisch sein.

00:08:17: ein Zwischenziel das du verfehlst das kostet dich am Ende mehr Antrieb als es dir gibt.

00:08:23: Zweitens Sie müssen in absehbarer Zeit erreichbar sein vier bis sechs Wochen nicht acht Monate Denn wer regelmäßig etwas erreicht, bekommt regelmässig das Feedback dass es vorangeht und genau davon lebt er die Motivation.

00:08:41: Und drittens sie müssen anpassbar sein!

00:08:44: Das ist der Punkt den die meisten übersehen.

00:08:48: Wenn sich unterwegs etwas ändert eine Verletzung, eine Formkrise ein Projekt das alles verschiebt dann darfst du deine Zwischenziele ändern und das is kein Aufgeben?

00:08:58: Nein Das gehört zum Prozess dazu.

00:09:02: Ein Trainingsplan, der nach acht Wochen noch exakt so aussieht wie am ersten Tag ist kein guter Plan, das ist ein starrer Plan.

00:09:13: und dazu zu diesen Zwischenzielen, die drei Arten dieses erfüllen muss.

00:09:20: Dazu kommt eine zweite Art von Zielen, was im Tief besonders trägt.

00:09:28: dir abhängen von deiner Leistung.

00:09:30: Das Ergebnis, das kontrollierst du nicht vollständig die Konkurrenz nicht, die Bedingungen nicht den Markt nicht.

00:09:36: aber wie du arbeitest, kontrollierste schon Die Einheit durchgezogen und die Routine eingehalten das Gespräch geführt dass du dreimal verschoben hast.

00:09:45: solche Ziele kannst du jeden Tag erreichen unabhängig davon wie weit das große noch weg ist.

00:09:56: Im Sport ist die Sache eben sehr greifbar Ein Ziel, eine Saison ein Ergebnis.

00:10:03: Im Beruf ist sie diffuser und deshalb dauert es dort oft länger bis jemand merkt was los ist.

00:10:10: Die Fragen die sind allerdings dieselben nur eben etwas anders formuliert Was hat mir denn früher Energie gegeben dass heute fehlt?

00:10:22: Und das kann jeder benennen wenn er einen Moment nachdenkt welcher Teil der Arbeit den man früher gern gemacht hat und der jetzt heute als erstes delegiert wird, die Menschen mit denen man zusammengearbeitet hat das Gestalten aus dem jetzt irgendwann dann verwalten geworden ist.

00:10:44: Ja?

00:10:45: Warst davon, hat dir früher Energie gegeben dass heute fehlt!

00:10:52: Und dann die Frage passt das Ziel überhaupt noch zu?

00:10:54: mir stehe ich noch dahinter.

00:10:56: manchmal ist das Ziel noch dasselbe wie vor drei Jahren aber Du wirst es eben nicht mehr.

00:11:03: Ein CEO mit dem ich gearbeitet habe, kam mit einem Job zu mir, mit dem er innerlich längst abgeschlossen hatte.

00:11:09: Wir haben den Job nicht verändert sondern seine Perspektive Und irgendwann fing er an seinen Status-Symbol zu vergessen und einfach mal mit sich zufrieden zu sein.

00:11:20: Das hat ihm wieder enorm viel Energie gegeben und ließ andere Probleme die er vermeintlich hatte deutlich kleiner erscheinen.

00:11:36: Ja, wie gehe ich denn eigentlich mit Rückschlägen um?

00:11:40: Das ist die Frage, die am meisten über die nächsten Monate entscheidet.

00:11:44: Denn Rückschläge kommen im Sport wie im Beruf – das ist garantiert!

00:11:49: Wer sie als Beweis liest, dass es nicht klappt verliert bei jedem einzelnen ein Stück Antrieb und wer sie von vornherein als Teil des Prozesses einplat, verliert das nicht Toto Wolf, der in einem Interview gesagt hat.

00:12:05: Die Tage an denen wir verlieren sind die Tage, die unsere Konkurrenten am meisten bedauern werden.

00:12:13: Denn das sind die tage, an denen Wir lernen!

00:12:17: Wir gehen also stärker daraus hervor.

00:12:20: Wir gehen mit Rückschlägen so um dass wir daraus lernen, dass sie Teil des Prozesses sind und Teil unserer Optimierung.

00:12:31: Einen Punkt den ich überspringen will den ich nicht überspringen will, genau.

00:12:39: Denn es gibt eine Antriebslosigkeit die sich nicht mit Zielen und Zwischenzielen lösen lässt wenn die Lustlosigkeit über Monate anhält und alle Lebensbereiche betrifft Wenn Schlaf oder Appetit sich verändern, wenn auch die Dinge keine Freude mehr machen, die nichts mit Sport- oder Arbeit zu tun haben.

00:13:02: Dann gehört das in ärztliche oder psychotherapeutische Hände.

00:13:07: Das ist auch bitte nicht so.

00:13:09: verstehen, es ist kein Versagen sondern das ist dann der richtige Weg.

00:13:14: und was man natürlich auch machen kann bevor man am Kopf ansetzt den Körper zu prüfen.

00:13:22: Anhaltende Müdigkeit kann natürlich auch körperliche Ursachen haben und da klärt ein Blutbild natürlich auf.

00:13:33: Aber jetzt nehmen wir mal an oder gehen davon aus, es ist keine dieser Fälle!

00:13:40: Dann kommt der Schritt den fast alle überspringen weil er unproduktiv wirkt.

00:13:44: Herausfinden was dir überhaupt Energie gibt?

00:13:49: Nimm dir einmal eine normale Woche und notiere jeden Abend zwei Dinge Was hat mir heute Energie gegeben und was hat sie mir genommen?

00:13:59: Konkret mit Namen und Termine.

00:14:03: Nicht etwa viele Meetings, sondern welches der Meetings!

00:14:08: Nicht Training, sondern welche Einheit oder was genau in der Einheit... Und dann hast du nach fünf Tagen ein Bild, das die meisten überrascht.

00:14:18: Denn oft sind es nicht die großen Belastungen, die am teuersten sind sondern unscheinbare Wiederholungstäter.

00:14:24: und fast immer tauchen Energiequellen auf, die man längst gestrichen hatte weil sie nach Luxus aussah.

00:14:31: Und ein Hinweis noch dazu, den ich wichtig finde.

00:14:34: Schau nicht nur auf Sport und Job.

00:14:37: Ein großer Teil der Energie kommt nämlich von woanders aus dem privaten Umfeld Von Menschen mit denen es leicht ist Aus Dingen die du machst ohne dass sie einem Zweck dienen.

00:14:50: Wer in einer Drucksituation genau das zuerst streicht um mehr Zeit für die Sachen zu haben streicht Die Quellen zieht, um leistungsfähig zu bleiben.

00:15:09: Das war wieder eine Folge Kehrwasser!

00:15:12: Ich hoffe sehr hat dir gefallen und ich hoffe du konntest etwas daraus Mitnehmen?

00:15:16: Ja, manchmal reicht das.

00:15:18: Manchmal nicht und dann liegt es auch nicht daran dass du es falsch gemacht hast sondern daran dass die Ursache tiefer sitzt als man allein hinkommt.

00:15:26: Dann lass uns gerne sprechen!

00:15:28: Wenn sie dir schon so viel gegeben hat wenn du glaubst dass sie einer Person auch hilft dann leite diese Folge gerne weiter.

00:15:35: und wenn du magst dann freue ich mich wenn du mir fünf Sterne als Bewertung da lässt.

00:15:41: Und dann würde ich sagen, hören wir uns nächstes Mal wieder wenn es heißt Kehrwasser.

00:15:45: Der Perspektiv wechselt.

00:15:46: Podcast für einen starken Kopf und einen gesunden Körper.

00:15:50: Dein Timo!

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